Sonderschicht

Der Bergbau geht - die Kultur lebt weiter

von Michael  Dittrich (Stimberg Zeitung, 01.12.18)

 

OER-ERKENSCHWICK - Mit der Schließung der Zeche Prosper Haniel geht eine Ära zu Ende, die auch Oer-Erkenschwick geprägt hat. Unter dem Motto „Der Bergbau geht, die Kultur lebt weiter“ laden Bergbau- und Geschichtsverein, IGBCE und Schachtgerüst-Förderverein am Samstag, 24. November, alle Bürger zu einer Sonderschicht am Ziegeleitor ein.

Schichtbeginn ist um 17 Uhr. Bergbauverein-Vorsitzender Markus Pliska wird die Besucher begrüßen. Auch BM Carsten Wewers, IGBCE-Landesbezirksleiter Harald Sokorski und Bärbel Bergerhoff- Wodopia, Vorstandsmitglied der RAG-Stiftung, stehen auf der Rednerliste. Um 17.30 Uhr wird eine von der Firma Feld gestiftete Gedenktafel an der Schmiede enthüllt, die an die Geschichte des Bergbaus in Oer-Erkenschwick erinnern soll. Im Anschluss gibt es reichlich Unterhaltung und viel Musik auf dem Gelände des Bergbaumuseums. Außerdem wird im Museum erstmalig eine durchgängige Diashow mit Bildern aus Oer-Erkenschwick von Wolf Dietmar Loos gezeigt.

 

  1. 17.45 Uhr: In der Bergmannswohnung gibt es eine Lesung mit der Autorin Stephanie Streit-Boudon aus ihrem Buch „Original Ruhrpott“. In der Gezähebude 1 tritt Comedian Jacqueline Feldmann auf.
  2. 18.15 Uhr: Im Bergbaustollen findet ein Improvisationstheater mit dem Autor und Ex-„Camper“ Willi Thomczyk statt.
  3. 18.45 Uhr: Der Sängerkreis der ehemaligen Grubenwehr präsentiert bergbau-typisches Liedgut in der Gezähebude 1. Parallel liest Willi Thomczyk in der Bergmannswohnung. In der Gezähebude 1 ist auch Sänger Rudy Cash zu hören.
  4. 20 Uhr: Der Sängerkreis der ehemaligen Grubenwehr lässt den musikalischen Teil im Museumsbereich ausklingen.
  5. 20.15 Uhr: In der Revierbude tritt die Band BG 174 auf.
  6. 22 Uhr: Das Schichtende wird eingeläutet.

Bergmännische Getränke und Speisen werden während der Veranstaltung in der „Schmiede“ von der Fleischerei Tewes angeboten. Serviert werden dabei auch Panhas und Grützwurst. Der Eintritt zur „Sonderschicht“ ist frei.


Da staunt der Laie – und selbst der Kumpel wundert sich: Im Bergbaumuseum am Ziegeleitor wird die Welt unter Tage wieder lebendig.© J. Gutzeit
Da staunt der Laie – und selbst der Kumpel wundert sich: Im Bergbaumuseum am Ziegeleitor wird die Welt unter Tage wieder lebendig.© J. Gutzeit

Am Ziegeleitor

5.000 Besucher im Bergbaumuseum

von Jörg Müller (Stimberg Zeitung, 22.08.18)

 

OER-ERKENSCHWICK - Das vom Bergbau- und Geschichtsverein mit seinem Vorsitzenden Markus Pliska betriebene Bergbaumuseum auf dem Gelände der ehemaligen Ausbildungsabteilung des früheren Bergwerks Haard am „Ziegeleitor“ erfreute sich auch im ablaufenden Jahr großer Beliebtheit. „Wir haben wieder rund 5.000 Besucher registriert“, sagt Museumskoordinator Peter Thamm.

Der Ex-Bergmann und seine neun Mitstreiter vom „harten Kern“ der Museums-Truppe hatten unter anderem elf geführte Führungen für größere Besuchergruppen organisiert. Außerdem machten sich in den ausschließlich in ehrenamtlicher Arbeit gestalteten Museumsräumen vier Kindergartengruppen und fünf Schulklassen ein Bild vom Bergmannshandwerk.

Auch das große Sommerfest des Bergmannsvereins Glück-Auf sowie die Kulturveranstaltung „Sonderschicht“ zum Ende des Steinkohlenbergbaus fanden auf dem Museumsgelände am „Ziegeleitor“ statt. Hinzu kommen unzähliger Feiern in der „Revierbude“ des Bergbau- und Geschichtsvereins – und auch acht Hochzeiten.

Denn das Bergbaumuseum ist eine offizielle Traustätte des Oer-Erkenschwicker Standesamtes. Am Samstag, 15. Dezember, ist das Bergbaumuseum von 10 bis 13 Uhr zum letzten Mal in diesem Jahr geöffnet. Nächster Termin ist dann Mittwoch, 9. Januar.



Kurz vor der Trauung: (v.l.) Heinz-Werner Daslik und Claudia Fischer, Standesbeamtin Brigitte Platzek, Trauzeugin Susanne Ernat mit „Tammy“, Johannes Kaszubowski vom Bergbauverein sowie Trauzeuge Marcel Daslik.
Kurz vor der Trauung: (v.l.) Heinz-Werner Daslik und Claudia Fischer, Standesbeamtin Brigitte Platzek, Trauzeugin Susanne Ernat mit „Tammy“, Johannes Kaszubowski vom Bergbauverein sowie Trauzeuge Marcel Daslik.

300 Mal „Glück auf“ zur Eheschließung

von Jörg Müller (SZ, 16.07.18)

 

OER-ERKENSCHWICK - Claudia Fischer und Heinz-Werner Daslik gehen in die Geschichte des Bergbaumuseums ein. Die beiden Marler haben sich als 300. Paar im früheren Lehrstollen das Jawort gegeben.

"Ich war selbst als Bergmann auf der Schachtanlage Haus Aden tätig. Da lag es für uns nahe, an einem Ort zu heiraten, der an diesen Lebensabschnitt erinnert“, sagt der Bräutigam, kurz bevor er seine zukünftige Gattin zum Trautisch in das Museum führt. Dort, wo Generationen von Bergleuten ihr Handwerk erlernt haben, wartet die Standesbeamtin Brigitte Platzek, eingerahmt von Grubenlampen und zahlreichen Unter-Tage-Devotionalien.

 

Ein Bild, das auch der Braut durchaus vertraut ist. „Ich habe nämlich den Beruf der Konstruktionsmechanikerin bei der Ruhrkohle erlernt“, sagt Claudia Fischer. Der Zeremonie wohnt neben den Trauzeugen Susanne Ernat und Marcel Daslik sowie weiteren Freunden und Familienmitgliedern aus Oer-Erkenschwick auch Johannes Kaszubowski bei – in Bergbau-Arbeitskleidung.

Im Hintergrund arbeiten Peter Thamm und Fritz Buresch bereits an der Herrichtung eines weiteren Museumsraumes, in dem die Brautleute nach der Eheschließung wenig später im Original-Bergbauambiente auf ihre Zukunft anstoßen werden. Die drei Mitglieder des Bergbau- und Geschichtsvereins, der das Museum betreibt, sind ehemalige Bergleute und sorgen für einen reibungslosen Ablauf der Trauungen. „Wir hatten hier sogar schon Oer-Erkenschwicker Auswanderer, die aus ihren neuen Heimatorten in Schweden und der Schweiz für die Hochzeit zurück zu unserem Museum gereist sind“, weiß Fritz Buresch.

Peter Thamm erinnert sich noch gut an eine Braut, die bei der Trauung Gemüse statt Blumen in der Hand hielt. „Und nie vergessen werde ich auch das Pärchen aus der Gothic-Szene. Die waren sagenhaft verkleidet.“ Heinz-Werner Daslik und Claudia Fischer haben sich übrigens im Internet kennengelernt. Geflittert wird in Ägypten, ohne „Glück auf“, aber mit viel Sonne...

 


Jüngster Teilnehmer beim „Pott-Rennen“ war Daniel Wolters. Er startete für das Team „Fire Storm Racer II“ der Jugendfeuerwehr und belegte am Ende Platz sechs.
Jüngster Teilnehmer beim „Pott-Rennen“ war Daniel Wolters. Er startete für das Team „Fire Storm Racer II“ der Jugendfeuerwehr und belegte am Ende Platz sechs.
Hunderte Besucher

"Pott"-Gaudi vor dem Pütt-Museum

von Jörg Müller (SZ, 11.07.18)

 

OER-ERKENSCHWICK - Kaiserwetter, Hunderte begeisterte Zuschauer und engagierte Fahrer – das erste „Pott“-Rennen am „Ziegeleitor“ zwischen IGBCE-Jugendheim und Bergbaumuseum war ein voller Erfolg. Schon jetzt steht fest: Im nächsten Jahr wird es eine Wiederholung geben.

Luna Saglimbeni aus Oer-Erkenschwick war eine von elf Fahrerinnen und Fahrern, die sich auf ihren selbst gebaut Gefährten von der Startrampe gestürzt und dann auf die gut 100 Meter lange Wettkampfstrecke begeben haben. „Eigentlich gehört meine Liebe ja den Pferden. Aber mein Vater hat mich für das Rennen begeistert“, erklärt die 15-Jährige, nachdem sie den Pokal für den schönsten „Pott“ bekam. „Pötte“, also WC-Schüsseln, mussten in die selbst gebastelten Rennwagen ohne Motor und Pedale verbaut werden. „Wir haben rund 60 Stunden Arbeit in das Gefährt investiert“, sagt Martin Saglimbeni. Am Ende belegte das Team Platz acht.

 

Gewonnen hat schließlich Laura Vormann aus Marl vom Team „Pott-Girls“ vor ihrem Cousin Nico Vormann von der „Pott-Gasse“. Platz drei belegte die Mannschaft von „Fejo-Runnings“, der Jugendfreizeitorganisation der Industriegewerkschaft Bergbau, Energie, Chemie (IGBCE).

Die IGBCE-Jugend mit ihrem Jugendheimleiter Carsten Wach war der Organisator des „Pott“-Rennens am „Ziegeleitor“. „Die Veranstaltung ist super gelaufen. Das hat Spaß gemacht“, sagt Wach nach der Veranstaltung. Auch die Teams der Gelsenkirchener und der Oer-Erkenschwicker IGBCE, vom Hauptsponsor „Schüßler“, vom Bergmannsverein, der Jugendfeuerwehr und einem privaten Starter wurden schließlich bei der Siegerehrung bedacht.

 


Johannes Kaszubowski (l.) führte die Club-Mitglieder durch das Bergbau-Museum.© Regine Klein
Johannes Kaszubowski (l.) führte die Club-Mitglieder durch das Bergbau-Museum.© Regine Klein

Chrom und Kohle

Jaguar-Club besucht Bergbaumuseum

von Regine Klein (SZ, 03.05.18)

OER-ERKENSCHWICK - Während draußen die Sonne im Chrom blitzt, geht es drinnen hinein in die kohlenschwarze Bergbaugeschichte. Der Jaguar Enthusiasts‘ Club (Sektion Ruhrgebiet) machte Halt am Bergbaumuseum am Ziegeleitor, und ließ sich hier von den ehemaligen Kumpels in die Geschichte des Pütts einführen.

„Wir starten hier unsere Tagesausfahrt“, erklärt Rüdiger Pohle vom Jaguar-Club. Der Essener hatte das kleine, aber feine Museum in der Stimbergstadt bei einer Durchfahrt durch Zufall entdeckt. „Und es hat mir sofort gut gefallen.“ Damit war klar, dass an diesem Ort, „der richtig Charme hat“, die Tour starten würde, die quer durchs Ruhrgebiet entlang des Kreativ-Quartiers in Dorsten, Prosper-Haniel, Consolidation und Bonifacius führt und ein bisschen Bergbau-Geschichte vermitteln soll.

 

Leuchtendes Rot oder edles Schwarz, auf der Wiese vor der alten Ziegelei stehen die Sehnsüchte auf vier Rädern aufgereiht. Nicht nur aus dem Ruhrgebiet, sondern aus ganz Deutschland und den Niederlanden stammen die insgesamt 36 Teilnehmer in 16 Teams. Einmal im Frühjahr und im Herbst geht es auf Ausfahrten. Mit mehr als 20.000 Mitgliedern ist der Jaguar Enthusiasts‘ Club der größte Jaguar-Club der Welt. Er wurde im Dezember 1984 gegründet. Bei den Treffen steht vor allem der Spaß im Mittelpunkt und die „Benzin-Gespräche“.

Mit Steigerlied und Schutzhelm

Doch nun heißt es erstmal „Glück auf!“. Mit dem Steigerlied – und bitte den Schutzhelm nicht vergessen – beginnt die Führung durch den Lehrstollen. Die spicken allen voran Johannes Kaszubowski sowie Arne Schuch und Walter Nest mit viel Wissenswertem rund um den Pütt – von Grubenlampen bis zu schlagenden Wettern. Und dann steigen die Besucher auch schon wieder in ihre Jaguare und düsen weg zum nächsten Ziel – jeder für sich, denn das ist Katzenart.


Friedhelm Buresch sorgte beim Bergbau- und Geschichtsverein am Samstagabend dafür, dass das Osterfeuer nicht ausging.© Joerg Mueller
Friedhelm Buresch sorgte beim Bergbau- und Geschichtsverein am Samstagabend dafür, dass das Osterfeuer nicht ausging.© Joerg Mueller

Interaktive Karte

Osterfeuer lodern auch am Sonntag

von Jörg Müller und Regine Klein (SZ, 12.04.18)

OER-ERKENSCHWICK - Einmal mehr sind die Osterfeuer im Stadtgebiet ein Besuchermagnet. Zahlreiche Bürger machten sich Bereits am Samstag auf zu den Veranstaltungsorten. Aber auch am Sonntag werden noch Osterfeuer in der Stadt entzündet.

 

Ebenfalls am Samstagnachmittag begann das Familienfest des Jugendvereins JOE und der Spvgg. Erkenschwick. Hierfür wurde die Lindenstraße gesperrt. Zahlreiche Besucher bevölkerten das Areal um das Jugendzentrum, wo am Abend das Osterfeuer und für gegen 23 Uhr die After-Show-Party mit DJ Swooney im „JOE‘s“ vorgesehen sind.

Auch der Löschzug Rapen konnte einmal mehr viele Gäste willkommen heißen. An den Schüttacker lockten nicht nur das große Osterfeuer, sondern auch Grillwurst und kühle Getränke.

 

Ostersonntag sind folgende Veranstaltungen geplant:

Mit Unterstützung des Löschzuges Oerveranstaltet die Gemeinde St. Peter und Paulwieder ein Osterfeuer auf dem Freigelände neben dem Schützentreff. Um 18.30 Uhr beginnt die Andacht am Dreischenkamp. Am Ehrenmal lodern die Flammen am Sonntag, 1. April, ab 19.30 Uhr.

Auch die evangelische Kirchengemeindebeteiligt sich wieder am Reigen der Osterfeuer. An der Weidenstraße 48 (Friedenskirche) findet zunächst am Sonntag, 1. April, um 18 Uhr eine Andacht statt. Auf dem angrenzenden Kindergartengelände wird dann um 18.30 Uhr das Osterfeuer entzündet. Für das leibliche Wohl ist mit Grillwürstchen und Getränken gesorgt.