Die Geschichte

Oer-Erkenschwick - die zweitkleinste Stadt im Ruhrgebiet - blickt auf eine lange Bergbaugeschichte zurück. Diese begann 1899 mit dem Abteufen eines ersten Schachts, nach dessen Fertigstellung 1902 unter dem Namen Bergwerk Graf Waldersee mit der Kohleförderung begonnen wurde.

Erst nach der Umbenennung auf Bergwerk Ewald Fortsetzung begann dann die lange und ereignisreiche Geschichte.

Weitere Schächte wurden abgeteuft (Schacht 2-5), in den 30er Jahren erfolgte eine zwischenzeitliche Stilllegung. 1992 erfolgte die Zusammenlegung der inzwischen in Bergwerk Haard umbenannten Schachtanlage mit dem Nachbarbergwerk zu Blumenthal/Haard. Die Schachtanlage im Herzen Oer-Erkenschwicks wurde ab 1997 abgerissen und die Schächte verfüllt.

Heute erinnert nur noch wenig an das einstige wirtschaftliche Zentrum der Stadt. Neben der Lichthalle und der Kaue sind noch das Magazin sowie das Gerüst von Schacht 3 vorhanden.

Und dann war da noch der ehemalige Leerstollen des Ausbildungsbetriebs.

In genau diesem wurde im Jahr 2002 das Bergbaumuseum Oer-Erkenschwick von 80 ehemaligen Kumpel und Bürgern der Stadt gegründet, mit dem Ziel, die Bergbaugeschichte für die Nachwelt zu erhalten.

Mit viel Einsatz und Schweiß wurde die Anlage überarbeitet und für den öffentlichen Betrieb hergerichtet.

In der ehemaligen Schweißerei wurde in mühevoller Kleinarbeit eine originalgetreue Bergmannswohnung der 50er Jahre nachgebaut. In der guten Stube steht noch das alte Röhrenradio und der Nähkasten sieht aus, als wäre er gerade erst geschlossen worden. Ganz wichtig: nicht mit Schuhen auf den Teppich. Beim Anblick der leeren Bierflaschen, mit denen der Kumpel sich anscheinend gerade erst den Staub die Kehle runter gespült hat, bekommt man unwillkürlich ebenfalls Durst. Aber auch dabei helfen wir gerne aus. ;)

Und bei allen Ausstellungsstücken handelt es sich um Originale! 

Das Museum finanziert sich heute aus eigener Kraft, alle Mitarbeiter sind ehrenamtlich als Mitglieder des Bergbau- und Geschichtsvereins Oer-Erkenschwick tätig. An jedem Mittwoch und Samstag sind die Tore für Besucher geöffnet und auch an anderen Tagen können auf Anfrage Besichtigungstermine für Gruppen vereinbart werden.

Und nicht nur Besichtigungen sind hier möglich.

In Zusammenarbeit mit dem Standesamt der Stadt Oer-Erkenschwick finden hier zwischen Bandantrieb und Einschienenhängebahn Trauungen statt. Dieses Angebot wird von Paaren weit über die Grenzen Oer-Erkenschwicks genutzt. Und mit ein wenig Stolz können wir darauf hinweisen, dass es inzwischen weit über 200 Paare sind, die hier den Bund der Ehe geschlossen haben!

Ein weiteres Highlight des Museums ist die Revierbude, ein Veranstaltungsort der seinesgleichen sucht. In originalgetreuem Ambiente können hier Firmen- und Familienfeste gefeiert werden.