1 August 1973.Johannes,Johannes aufstehen.Heute ist dein erster Arbeitstag.Wie hätte ich das denn vergessen können.So weckte mich meine Mutter morgens um 5 Uhr.2 Scheiben Marmeladenbutterbrot und eine Tasse Kakau und dann gings zur "ZECHE". Ich reihte mich zu den anderen Männern ein.Alle hatten den gleichen Weg.Alle wollten zur Zeche. Vor der Ausbildungsabteilung stellte sich der Jugendsprecher vor.So,ihr wollt also alle Bergleute werden?Dann kommt mal mit.Es war ja schon 6 Uhr.In einen Klassenraum,der sich später Unterweisungraum nannte nahmen wir Platz.Im Unterweissungsraum herrschte eine gespenstische Stille.Die Namen aller Neuen wurden vorgelesen und jeder der seinen Namen hörte sagte " Hier ".Nach einer kurzen Pause betraten dann weitere Herren den Raum.Wir wurden mit einen lauten "Glück Auf " begrüsst. Der Jugendsprecher stellte die Herren vor.Das waren der Ausbildungsleiter ,sowie die Ausbilder für die Elektro Schlosser und Bergtechnik Ausbildung.Jeder sprach ein paar Worte über Sich selbst und gaben uns aufmunternde Worte mit auf den Weg.Danach wurden wir aufgeteilt.Schlosser und Elektriker folgten den Jugendsprecher über das Zechengelände hin zum Betriebsrat.Jeder der uns Entgegenkam sagte Glück Auf oder nur Auf.A ha, das war der Bergmannsgruss.Auf dem Betriebsratszimmer wurden unsere Namen erneut Verlesen.Jeder bekam ein paar Blatt Papier mit Zahlen drauf.Uns wurden die Zahlen erklärt,die da waren : Stammnummer ,Versicherungsnummer und die Markennummer.Ich verstaute die Unterlagen in meiner Kladde.Der Betriebsratsvorsitzende stellte sich vor.Auch er hatte wichtige Worte an uns ,sprach von einer Lohnerhöhung obwohl wir noch nicht einmal die Erste Schicht rumhatten.Das alles ist ein Verdienst der " Gewerkschaft " betonte er.Also traten wir ,die neuen Azubis alle in die Gewerkschaft ein.

Nun war die Zeit schon etwas vorgerückt und der Jugendsprecher meinte es sei nun mal an die Zeit gekommen um uns zu Stärken.Als nächstes in die Kantine.Bockwurst mit Senf und eine Cola.Mittlerweile hatte der Jugendsprecher seinen Stellvertreter dabei.Wir wurden aufgeteilt.Die Elektriker gingen in die Wäscheausgabe,die Schlosser machten einen Zechenrundgang.Durch die Kaue ,hinauf auf den Förderturm von Schacht 1 besichtigten die Hängebank von Schacht 2.Nach diesem Rundgang ging es dann für uns angehende Schlosser zur Wäscheausgabe.Glück Auf ,deine Markennummer.Meine Markennummer ,wie war die denn?Also,Kladde auf ,Papiere raus ,und da war Sie ja,die Markennummer.Jeder erhielt zwei Wächebeutel mit der Aufgebügelten Markennummer ein Paar Schuhe,Pantinen und einen Helm.So ausgerüstet ging es wieder zum Betriebsratszimmer.Zwischenzeitlich machte die Lokale Presse ein Foto von uns.Beim Betriebsrat bekamen wir noch Anweisungen für den nächsten Arbeitstag.Da das Bergwerk Ewald-Fortsetzung zwar eine eigen Ausbildungsabteilung hatte aber keine Grundausbildung mussten wir 8 Monate zur Zeche General Blumenthal.Die Haltestelle des Busses wurde uns noch gezeigt.Danach eine kurze Fragestunde..Da wir keine weiteren Fragen mehr hatten durften wir an unseren ersten Arbeitstag schon eine Stunde eher nach Hause gehen.Erste Schicht und schon gefudelt.Na ja,was soll s.Nach dieser ersten Schicht folgten noch Tage,Wochen Monate und Jahre.Aber die Einführungsschicht werde ich nie vergessen.

Glück Auf