WAZ vom 23.11.2001
Mitglieder sprühen vor Eifer
Lehrstollen: Tag der offenen Tür in drei bis vier Monaten
Gerade eben wurde der Bergbau- und Geschichtsverein gegründet. Und schon sprühen die Mitglieder, die den Lehrstollen der ehemaligen Ausbildungsabteilung der Zeche als Museum erhalten wollen, vor Arbeitseifer.
Aber es gibt auch wirklich viel zu tun, sowohl eine Menge zu regeln, als auch handfeste Arbeit. Markus Pliska, der am Mittwochabend einstimmig zum Vorsitzenden des Vereins gewählt wurde, zählt auf, mit wem man sich in der nächsten Zeit zusammensetzen will, um finanzielle und materielle Unterstützung für den Verein zu erhalten.
So wurde bei der Besichtigung des Stollens am Mittwoch deutlich, dass neben dem Förderband viele weitere Teile fehlen, um den Bergbau vernünftig darzustellen. Von der Diesellok über einen Motor für den Panzer bis hin zu Kopflampen muss die Ausstattung aufgestockt werden. Das Bergwerk Auguste Viktoria hat Hilfe zugesagt.
Die Auszubildenden von Auguste Viktoria werden dann wohl auch mitanpacken, um den Stollen optisch wieder auf Vordermann zu bringen. Wir haben aber auch viele ehemalige Bergleute in unseren Reihen, die helfen werden, sagte Markus Pliska. In drei bis vier Monaten will man bereits zu einem Tag der offenen Tür einladen. Dann werden wir auch verstärkt Werbung in Schulen und Kindergärten machen, so Pliska.
Doch bis dahin müssen auch noch viele Gespräche geführt werden. Wir planen, einen Geschichtskreis zu gründen, verdeutlicht der Vorsitzende. Der Kreis wird die Geschichte des Bergbaus aufschreiben. Teile der Aufzeichnungen könnten auf Schautafeln im Museum gezeigt werden. Erfahrungen mit Geschichtskreisen hat die Revierarbeitsgemeinschaft für kulturelle Bergmannsbetreuung. Kontaktieren wird man aber u.a. auch den Kommunalverband Ruhrgebiet, die Projekt Ruhr GmbH, das Bergbaumuseum Bochum oder auch das Heimatmuseum Datteln.
Der Pachtvertrag wird zum 1. Januar des kommenden Jahres abgeschlossen. Und wenn man dann den Schlüssel hat, kann es so richtig los gehen.
-rea-
Stimberg Zeitung vom 23.11.2001
"Geschichte" macht den Verein unverwechselbar
Um exakt 19.42 Uhr war am Mittwochabend der "historische Akt" vollzogen. 53 Frauen und Männer gründeten den Bergbau- und Geschichtsverein (wir berichteten). Bevor unter Leitung des späteren Vorsitzenden, Markus Pliska, und seines Stellvertreters, Paul Kantak, die Gründung vollzogen werden konnte, stand aber zunächst einmal der Vereinsname zur Diskussion.
Der sollte nämlich eigentlich Bergbau- und Heimatverein lauten. Dagegen regte sich aber Protest aus Oer. Dort gibt es nämlich schon seit Jahrzehnten den Verein für Orts- und Heimatkunde, kurz Heimatverein genannt. Als solcher "firmiert" er auch auf seiner Homepage im Internet.
"Um Verwechselungen zu vermeiden, bitten wir darum, den Begriff Heimat für den neuen Verein nicht zu verwenden", meldete sich Jürgen Meinders, Vorstandsmitglied des Vereins für Orts- und Heimatkunde, zu Wort. Unterstützt wurde er dabei unter anderem von Bürgermeister Clemens Peick.
Die Bergleute, die mit dem Lehrstollen zukünftig einen Teil ihrer Zeche der Nachwelt erhalten und zugänglich machen wollen, hatten ein Einsehen. Sie tauschten den Begriff "Heimat" mit "Geschichte" ein. Und beide Vereine gelobten gute Zusammenarbeit. Die Folge: Die Oerer Vorsitzende, Änne Demond, wurde beratendes Mitglied des Vorstandes des Bergbau- und Geschichtsvereins.
Der hat nun eine Menge Arbeit vor der Brust. Die Montan-Grundstücksgesellschaft stellt dem Verein auf Pachtbasis den Lehrstollen zur Verfügung. Zumindest solange, bis das endgültige Konzept des Pferdesport- und Freizeitzentrums auf dem Gelände der Zechenbrache feststeht.
Ernst Saland, ebenfalls Vorstandsberater, wies auf die Wichtigkeit des Erhalts weiterer Pütt-Teile hin. "Die sind einzigartig. Und da ist noch lange nicht alles in trockenen Tüchern."
-mü-
WAZ vom 22.11.2001
Markus Pliska ist der erste Vorsitzende
Markus Pliska wünschte sich eine breite Basis für den Vorstand des neuen Bergbau- und Heimatvereins Oer-Erkenschwick.
Gewählt wurden gestern Abend im Jugendheim der IGBCE folgende Mitglieder: Das Amt des Vorsitzenden wurde Markus Pliska übertragen. Seine Stellvertreter sind Achim Trautmann und Paul Kantak. Kassiererin ist Gabi Wojtkowski, Schriftführer Peter Hadrys, Lehrstollenkoordinator Volker Seemann.
Als Beisitzer wurden ernannt: Wolfgang Nilius, Martin Ostdorf, Dietmar Seemann, Jörg Müller, Udo Klingenburg, Günter Lukas, Heinz Werner Lotz, Bodo Möbus, Mansur Tascan, Michael Seemann, Wolfgang Kirchhhöfel, Werner Köhler. Revisoren sind Beate Seher und Friedhelm Buresch.
Außerdem gibt es noch beratende Mitglieder, Dies sind u.a.: Clemens Peick, Gerd Zibell, Karl-Heinz Rusche, Hans-Joachim Menge, Franz Josef Babil, Kurt Hay und Prof. Dr. Hans Peter Noll von der MGG.
Die Geschichte leben lassen
80 Bürger gründen den Bergbau- und Geschichtsverein Oer-Erkenschwick
Vor einem Jahr wurde die Idee geboren. Gestern Abend ging es an die Umsetzung, wurde im IGBCE-Jugendheim von mehr als 80 Bürgern der Bergbau- und Geschichtsverein Oer-Erkenschwick gegründet.
Ein historischer Moment für die Stadt. Denn, wie Markus Pliska, einer der Initiatoren, hervorhob, erst im Sommer verabschiedete sich der Bergbau endgültig aus der Stadt. Was nun bleibt, ist der Lehrstollen, der die Bergbau-Vergangenheit auch für künftige Generationen lebendig erhalten soll. Wir sollten die Heimatgeschichte nicht aus den Augen verlieren, die uns geprägt hat, forderte Pliska. Er stellte die Frage, was das Revier ohne Bergbau heutzutage wäre. Eine landwirtschaftlich geprägte Region, mit geringem Bevölkerungsanteil. So würde Oer-Erkenschwick sicherlich nur aus einigen wenigen Bauernhöfen bestehen.
Vor einem Jahr also wurde die Idee geboren, einen Bergbau- und Heimatverein zu gründen. Damals trafen sich Mitglieder der vier IGBCE-Ortsgruppen zum Gespräch mit Vertretern des DGB-Ortskartells. Es wurde diskutiert, welche, Bergbau-Gebäude erhalten bleiben sollen. Fazit: Auf jeden Fall der Lehrstollen, ein Pfund, das man nicht aus der Hand geben sollte, laut Pliska.
Der nächste Schritt nach der Vereinsgründung: Jetzt soll ein Pachtvertrag mit der Betriebsdirektion Sanierung von Bergbaustandorten und der Montan Grundstücksgesellschaft abgeschlossen werden.
Der Vereins-Jahresbeitrag kostet übrigens 35,20 DM, eine Summe, die sich wohl jeder leisten kann.
-rea-
WAZ vom 19.11.2001
Neuer Heimatverein ist offen für jedermann
Markus Pliska: Wir sind offen für alle
Wir sind überparteilich und möchten die ganze Bandbreite der Oer-Erkenschwicker Bevölkerung zum Mitmachen bewegen.
Markus Pliska, der sich engagiert für die Gründung des neuen Heimatvereins einsetzt, der im ehemaligen Lehrstollen der Zeche Bergbau- und Stadtgeschichte bewahren möchte, wirbt für Mitarbeit.
Am Mittwoch, 21. November soll der Verein gegründet werden. Knapp 100 Einladungen sind verschickt worden. Aber auch wer nicht schriftlich eingeladen ist, kann sich dem Verein anschließen.
Um was es geht, können interessierte Bürger vor der Versammlung in Augenschein nehmen. Pliska: Ab 17 Uhr werden wir eine Führung durch die Räumlichkeiten machen.
Im Anschluss daran soll der Verein gegründet werden. Die vorliegende Satzung, dies habe das Finanzamt bereits signalisiert, sichere die Gemeinnützigkeit. Die Gründung wird im Beisein eines Rechtsanwaltes stattfinden. Im Anschluss daran wird der Vorstand gewählt. Neben den klassischen Vorstand Vorsitzender, Stellvertreter, Kassierer, Schriftführer und Beisitzern gibt es Lehrstollen-Beauftragte. Außerdem gibt es so etwas wie beratende Mitglieder, die vom Vorstand berufen werden. Damit soll sicher gestellt werden, dass Fachleute mitarbeiten können.
Der neue Heimatverein versteht sich auch nicht als Konkurenz zu dem bestehenden Verein in Oer. Pliska: Wir wollen die Stadtgeschichte von den Kindertagen des Bergbaus in der Stimbergstadt und Umgebung an aufarbeiten und ausstellen.
Die Gründungsversammlung beginnt 18.30 Uhr im IGBCE-Jugendheim.
-CD-
Stimberg Zeitung vom 19.11.2001
"Bergbauverein ist offen für alle Interessenten"
Eines will Markus Pliska im Vorfeld auf jeden Fall vermeiden. Dass der Eindruck entstehen könnte, der am kommenden Mittwoch zu gründende Bergbau- und Heimatverein sei wie eine "geschlossene Gesellschaft" zu betrachten.
Genau das Gegenteil ist der Fall, wie der Vorsitzende des DGB-Ortskartells am Wochenende noch einmal unterstrich. "Für uns ist es wichtig, dass wir breiten Zuspruch in der Bevölkerung bekommen. Die Gründungsveranstaltung am Mittwoch ist weder partei- noch gewerkschaftspolitisch geprägt. Die Ursprungsidee des Bergbau- und Heimatvereins stammt von den beiden Oer-Erkenschwicker Bergmannsvereinen und dem DGB. Wir setzen aber natürlich auf die Unterstützung aller Interessierten. Wir sind kein fester Klub, sondern offen für alle und wollen auch keine Konkurrenz zu anderen Vereinen aufbauen. Uns geht es in erster Linie um die Aufarbeitung eines Stückes Heimathistorie mit dem Schwerpunkt Bergbau. Jeder, der dazu etwas beitragen kann, ist herzlich willkommen.
Rund 80 Einladungen hat das Organisationsteam für den kommenden Mittwoch verschickt. Der Lehrstollen des ehemaligen Bergwerks, in dem zahlreiche Erinnerungsstücke des "Pütts" ausgestellt werden sollen, ist in der Zeit von 17 bis 18.15 Uhr geöffnet, um 18.30 Uhr beginnt dann die Gründungsversammlung im IGBCE-Heim. Rechtsanwalt Paul Kantak wird die juristische Beratung übernehmen, gewählt wird auch ein geschäftsführender Vorstand sowie ein "Lehrstollen-Koordinator".
-job-
Stimberg Zeitung vom 06.11.2001
Breite Unterstützung
Die Ankündigung, am 21. November den neuen "Bergbau- und Heimatverein" zu gründen (SZ berichtete), stößt in der Bevölkerung auf durchweg große Resonanz.
Einen Mix aus Mitstreitern ehemaliger Bergleute, aber auch mit jungen Leuten, darauf setzt DGB-Ortskartell-Vorsitzender Markus Pliska und dürfte sich zahlreicher Unterstützung sicher sein, wenn in zwei Wochen die Gründungsversammlung im IGBCE-Heim auf dem Programm steht. Ein bekannter Oer-Erkenschwicker kündigte gestern seine Unterstützung an. SPD-Ehrenvorsitzender Ernst Saland machte deutlich: "Eine gute Sache. Aber die in die Denkmalliste aufgeführten Anlagen Schacht III, Maschinenhalle, Magazin, Kaue und Maschine des Schachtes II müssen unberührt bleiben und in die Konzeption des Vereins inclusive Museum eingebunden werden."
-job-
Stimberg Zeitung vom 05.11.2001
Neuer Blick für Historie
Strukturwandel hin oder her, bei aller Wichtigkeit der Ansiedlung von neuen Arbeitsplätzen. Den Blick für die Geschichte wollen die Gewerkschafter der Stadt nicht vernachlässigen.
Konkrete Forderungen nach der Schaffung eines Heimatmuseums existieren schon seit geraumer Zeit, jetzt geht die IGBCE in die Planungs-Endphase. Der "Bergbau- und Heimatverein" steht kurz vor seiner Gründung, mit ihm verbunden das Bestreben, die Historie der Bergarbeiterstadt Oer-Erkenschwick in einem Museum aufzuarbeiten.
Das Projekt, von den Ortsgruppen der IGBCE und dem DGB-Ortskartell initiiert, genießt auch bei den Kommunalpolitikern große Anerkennung. Am Rande der großen Jubilarfeier am Samstag in der Stadthalle stellte DGB-Ortskartellvorsitzender Markus Pliska erstmals einen Zeitplan vor, wann der Verein seine Arbeit aufnehmen könnte.
"Die erforderlichen Unterlagen beim Amtsgericht sind eingereicht, am 21. November treffen sich Interessierte um 18.30 Uhr im IGBCE-Jugendheim zur konstituierenden Sitzung. Jeder, dem die Geschichte unserer Stadt mit dem Schwerpunkt Bergbau am Herzen liegt, ist herzlich willkommen", betont Pliska. An diesem Abend sollen Vorschläge für die Konzeption des Museums gesammelt werden, gleichzeitig wird ein Vorstand gewählt.
Der ehemalige Lehrstollen des Bergwerks, in dem relevante Dinge rund um den "Pütt" ausgestellt werden sollen, eignet sich nach Ansicht der Gewerkschafter bestens zur Aufarbeitung der Vergangenheit. Nicht zuletzt aufgrund seiner Größe. Geschätzte Gesamtfläche: 700 Quadratmeter.
Stimberg Zeitung vom 07.09.2001
"Stück vom Pütt bleibt"
"Ein Stück vom Pütt bleibt". Unter diesem Motto wollen Vertreter des DGB-Ortskartells inklusive der IGBCE-Ortsgruppen und der beiden Knappenvereine eine neue Gemeinschaft gründen. Ziel: Erhaltung des Lehrstollens und Einrichtung eines Bergbau- und Heimatmuseums.
Das erklärte gestern der Vorsitzende des DGB-Ortskartells, Markus Pliska, auf Nachfrage der Stimberg Zeitung.
Bekanntlich wird das Zechengelände zwischen Ewald- und Klein-Erkenschwicker-Straße vom Bergbau nicht mehr genutzt. Vermarktet wird dieser etwa 65 Hektar große Stillstandsbereich von der Montan-Grundstücksgesellschaft (MGG). Die kann sich - wie berichtet - vorstellen, auf dem Gelände ein Pferdesport- und Freizeitzentrum zu errichten. Derzeit werden Investoren gesucht.
Bereits vor Monaten meldeten die Gewerkschaften und die Bergmannsvereine Interesse an, einen Teil des Bergbaugeländes aus heimatgeschichtlichen Gründen zu erhalten. Eben den Lehrstollen der Ex-Ausbildungsabteilung mit einem neuen Bergbaumuseum.
Satzung wird jetzt ausgearbeitet
"Wir sind derzeit dabei, zusammen mit einem Rechtsanwalt eine Satzung auszuarbeiten, um vom Finanzamt die Gemeinnützigkeit anerkannt zu bekommen", erläutert Pliska. "Bergbau- und Heimatverein", soll die neue Gemeinschaft heißen.
Und die will dann den Lehrstollen und ein Museum betreiben, das heißt, die Einrichtungen für die Öffentlichkeit zugänglich zu halten.
Es wurden sogar bereits Gespräche seitens des DGB-Ortskartells mit der MGG geführt. "Die MGG steht unserem Vorhaben positiv gegenüber. Man ist bereit, mit dem Verein entsprechende Pachtverträge abzuschließen", berichtete DGB-Chef Pliska
-mü-